Staatliche Mittel stehen auch der Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Natürlich sind die Bundesämter, Bundesagenturen, Bundesbeauftragte und viele mehr dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit zu informieren. Doch wenn man einen durchaus teuren Anbieter zum Versand von Pressemeldungen zweckentfremdet, um eine Testmeldung zu versenden, dann fragt man sich wieder, was mit unseren Steuergeldern in den einzelnen Haushalten so angestellt wird – und ob es nicht doch eine bessere Verwendungsmöglichkeit dafür gibt.
Dies ist eine Testmeldung
Wiesbaden (ots) – Dies ist eine Testmeldung
Immerhin ist die Meldung kurz und knapp, denn in der Kürze liegt die Würze. Gewürzt wird hier also mit einer Note von Blasphemie. Der Originaltext wäre eigentlich ein Teil vom ots-Pressefach des Statistischen Bundesamts. Leider wird diese Meldung dort nicht dargestellt, aber die E-Mail an die einzelnen Kanäle “ots-Wirtschaft” und “ots-Finanzen” erreichte mich heute gegen 12:25 Uhr. Diesen Test hätte man sich auch sparen können.
Endlich ist es soweit! Unsere Branche vergibt ihre höchsten Preise. In den Köpfen jedes PRlers schwebt mittlerweile das Wort “PR-Preis” so greifbar nah. Doch ich musste beim “Headline-Screening” dieser Meldung am gestrigen Tage schon etwas schmunzeln, obwohl ich ja genau wußte, welcher Inhalt der Meldung folgt: “Der Internationale Deutsche PR-Preis” ist ausgeschrieben.
Momentchen – gleich international und deutsch? Bedarf der diesjährige “Internationale Deutsche PR-Preis” mit genau dieser neuen Namensgebung jetzt Erklärungsnot? Sind wir jetzt international, oder sind wir jetzt deutsch? Gibt es einen territorialen Mix? Sind besondere internationale Agenturen oder PRler gefragt, die sich speziell auf dem deutschen Markt von der Öffentlichkeitsarbeit beflügelt fühlten? Oder sind doch nur Deutsche von diesem Preis angesprochen, die sich auf internationaler Ebene mit einer gewagten Aktion einen Namen machen konnten? Stop, Cut!
Natürlich ist mit dem diesjährigen PR-Preis der gesamte deutsche Sprachraum gemeint, sprich Deutschland, Österreich, die Schweiz und im Prinzip jede Region, wo noch Deutsch gesprochen und geschrieben wird. Um es aber einfach zu erklären: Zielgruppe sind deutschsprachige PRler oder Agenturen mit deutschsprachigen Kampagnen – natürlich sehr gerne mit internationalem Flair!
Vergeben werden in diesem Jahr folgende Preise:
- Der Internationale Deutsche PR-Preis 2009 in insgesamt 24 Kategorien
- Der Deutsche Image-Award für Manager und ihre Kommunikationsberater
- Kommunikator und PR- Kopf des Jahres
- Albert Oeckl-Preis als akademischer Nachwuchspreis
- inkom. Grand Prix für Mitarbeiterzeitschriften
- sowie die Auszeichnung für die besten Prüfungen zum PR-Berater/-Referent (PZOK)
Im Prinzip besteht die Möglichkeit, dass jeder hier Punkten kann. Also ran an die Bouletten und ran an den Speck! Denn eines ist sicher: Der Einsendeschluss der Bewerbungen ist der 30. April 2009.
Es ist faszinierend, wie schnell sich eine Nachricht im Internet verbreitet. Ein prominentes Beispiel sieht man bei der Gerüchteküche um den Rücktritt von Lars Hinrichs als CEO und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Bereits am Donnerstag berichtete die Horizont sowie weitere Branchennewsdienste über die Personalie. Wann XING kommentieren würde, wie Lars Hinrichs die Meldungen kommentieren würde und was letztendlich daraus wurde, liest sich in seinem aktuellen Blogeintrag:
“Neue Ideen zu entwickeln und sie mit unternehmerischem Engagement umzusetzen. XING werde ich in der Zukunft als Mitglied des Aufsichtsrates weiter aktiv beratend zur Seite zu stehen. Zudem bin ich größter Einzelaktionär und beachsichtige es auch weiterhin zu bleiben.”
Ich freue mich für Lars und seine Familie zu dieser Entscheidung. XING entwickelte sich von einem Start-Up zu einem Unternehmen. Als Gründer wünscht sich Lars mehr unternehmerische Freiräume, die er gewiss mit einigen spannenden Ideen umsetzen wird. :)
Toller Titel, tolles Thema! Ich wurde kürzlich gefragt, wie man am besten eine Pressemeldung kostenlos veröffentlichen kann. Eine wirklich gute Frage, die aber doch irgendwie ein wenig sinnlos daher kommt. Pressearbeit bedeutet immer Aufwand, der auch Kosten verursacht – anstatt eine Pressemeldung kostenlos zu veröffentlichen, würde ich lieber behaupten, dass man die Texte “kostenminimierend” veröffentlichen kann. Wenn man wirklich Geld einsparen möchte, will man gerne bestimmte Leistungen streichen und natürlich auch in der Pressearbeit versuchen, so viel wie möglich zu reduzieren. Das ist ungefähr so, als ob man das gesamte Budget auf Null setzen will und immer noch hofft, dass etwas passiert. Ob das logisch ist oder eher ein Fauxpass der durch die Finanzkrise durchgeschüttelten Kommunikationsbranche… manchmal kann man bei dem Gedanken immer wieder nur den Kopf schütteln. Einsparen ist totaler Quatsch. Von nichts kommt nichts… gut, soviel dazu.
Immerhin ist das Versenden von kostenlosen Pressemeldungen für einige Individualisten von Vorteil, denn wer keinen eigenen Verteiler für Pressemeldungen hat, könnte sich ganz einfach auf folgende freien Dienstleister am Markt verlassen. Die Qualität der angebotenen Serviceleistungen ist wiederum mit Vorsicht zu genießen – und da ich persönlich selbst bis dato noch keine Auflistung solcher low-budget Versanddienstleister vorliegen hattte, entschloss ich mich zur spontanen Erstellung dieser Liste. Viel Spaß damit!
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Ich warne beim aktiven Einsatz dieser Anbieter nur vor einem: Wer sich dazu entscheidet, nahezu jeden dieser Presseversanddienstleister gleichzeitig auszuprobieren oder wild zu wechseln, wird sich auf Dauer die potentiellen Kontakte vergrätzen. Der eine Dienstleister verschickt echte E-Mails nach Eintragseingang, der andere macht tagesaktuell eine einzige Mail, und wiederum andere stellen die Pressemitteilung nur auf das hauseigene Portal. Ob die Veröffentlichung zeitnah oder erst nach Prüfung einer hauseigenen Redaktion erfolgt, ob eventuell doch zusätzliche Kosten beim echten Versand per E-Mail auftreten – man muss sich wirklich informieren, was der ein Dienstleister alles in petto hat.
Eines haben die kostenlosen Versanddienstleister fast immer gemeinsam: Sie binden in der Regel Google AdSense Anzeigen oder andere Werbeformen auf den Seiten der Pressemeldung ein – und echte Redaktionsterminals bzw. die jeweilige Clientsoftware sprechen sie üblicherweise nicht an. Ob dies förderlich oder eher hinderlich ist, muss man selbst entscheiden. Etwas Werbung ist ja schon akzeptabel, schließlich ist es ein kostenloses Angebot. Doch nicht immer will man seine eigenen Pressetexte mit potentieller Konkurrenz zupflastern, die bestimmte Wörter bei Google einbuchen. Die Tatsache, dass die kostenlosen Presseinformationen ausschließlich im Text oder in den schon überfüllten Postfächern der Journalisten hängen blieben, kann dazu führen, dass wichtige Veröffentlichungen auch keine Früchte tragen werden.
Manchmal ist weniger mehr als genug – oder man nutzt doch lieber die “Bezahlvariante” von z.B. newsaktuell oder Press1 – oder fragt eine (teure) PR-Agentur, die sich das gerne zusätzlich zu ihrem Retainer finanzieren lässt. :)